Lange wurde es von einigen Forschern schon vermutet, dass die Römer auch nach der Varus-Schlacht in Norddeutschland präsent waren. Diese Vermutungen wurden von einigen Experten belächelt. Aber in den letzten Jahren verdichten sich die Nachrichten über Funde, die die Anwesenheit römischer Legionäre im Vorfeld des Harzes belegen. History 4 You greift dieses interessante Thema auf und wird zukünftig über die Römer auch im und am Harz berichten.
Römischer Legionär einer Auxiliareinheit aus der Zeit des Feldherrn Drusus, der im Jahre 9 v. Chr. mit seinen Truppen um den Harz herum bis an die Elbe bei Magdeburg vorstieß. Er trägt einen Kettenpanzer (Lorica Hamata) und einen Bronzehelm vom Typ Coolus - D, der um die Zeitenwende gebräuchlich war
2008 wurde die sensationelle Meldung von einer Schlacht zwischen Römern und Germanen am westlichen Harzrand bei Seesen veröffentlicht. Südlich von Harriehausen verläuft ein Höhenzug mit einer Höhe von bis zu 300 Metern über NN in Ost-West-Richtung. Über einen Geländeeinschnitt von etwa 100 Metern Tiefe führt nachweislich schon seit dem Mittelalter eine Handels- und Heerstraße. Es ist also durchaus denkbar, dass auch schon zur Zeit der Römer, die sich ja offensichtlich wesentlich öfter in Germanien aufhielten, als bisher geglaubt, dieser Weg genutzt wurde. Dafür spricht auch eine Häufung von römischen Münzfunden aus unterschiedlichen Zeiten entlang dieser Trasse. Heute verläuft an dieser Stelle die BAB 7. Am Ort des Geschehens ist auf 480 Metern in westlicher und auf 400 Metern in östlicher Richtung ein Geländeabfall um 50 Meter zu verzeichnen. Das 300 Meter breite Tal wird auf der östlichen Seite noch durch einen Bachlauf und sein sumpfiges Umfeld verengt. An dieser Stelle scheinen die Germanen eine Sperre aufgebaut zu haben, um die Römer, die aus nördlicher Richtung kamen, zu stellen. Die archäologischen Befunde deuten darauf hin, dass die römische Einheit nach Westen ausgewichen ist und und versucht hat, über den Kamm nach Süden zu gelangen. Scheinbar ist es ihnen gelungen, sich den Weg mit Bogenschützen und Torsionsgeschützen frei zu schießen. Jede Legion führte mehrere dieser fahrbaren Katapulte mit, deren Geschosse zur damaligen Zeit eine verheerende Wirkung erreichten.
Der bekannteste Römer ist heute noch in Blankenburg als Skulptur zu bewundern. Von der Terasse des Berggartens kann man gemeinsam mit Cäsar den wundervollen Blick auf die Landschaft rings um Blankenburg genießen. Cäsar ist zwar weit gereist, aber den Harz hat er wohl nicht gesehen. Allerdings sind die Römer mehrfach nördlich und südlich des Harzes bis an die Elbe, in der Nähe des heutigen Magdeburg gezogen.